FCS-Motto
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Freie Comenius Schule Darmstadt - Wir machen Schule !

Lehrer & Lehrerinnen

 Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es selbst zu entdecken...

Galileo Galilei (ital. Mathematiker, Philosoph, Physiker 1564 - 1642)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An der Freien Comenius Schule arbeitet ein engagiertes Team von fast 20 Lehrkräften. Da es bislang noch keine Ausbildung zum Reformpädagogen gibt, erwerben die Lehrer und Lehrerinnen ihre Qualifikation für eine Freie Schule durch eigene Praxis und ständige Fortbildung.

Das Team der Lehrkräfte an der FCS trägt die Hauptverantwortung für die pädagogische Arbeit und die professionelle Umsetzung des Leitbilds und des Konzeptes. Es bildet sich regelmäßig fort und arbeitet an der Verbesserung der Schulkultur.

Aufgabe der Lehrkräfte - und Eltern - ist es, den Lernprozess mit den Schülern und Schülerinnen zu reflektieren und unterstützend zu begleiten. Die Lehrkräfte vermitteln den Lernenden Wissen und Werte, begleiten sie, stärken ihre soziale und emotionale Kompetenz.

Teamarbeit

Feedback und Entwicklungsberichte

Unterrichtsausfall? Nein Danke!

Lehrerangebote: Werkstatt, Strom, Märchen...

Teamwork und Begeisterung: Reflexionen eines FCS-Lehrers

Beobachtungen einer Lehrerin aus dem Projekt-Unterricht in der U-Gruppe 

 

Teamarbeit
Im Team arbeiten bedeutet ein hohes Maß an gemeinsamer Planung und Absprache, aber auch an Einfühlungsvermögen und Kooperationsfähigkeit. Den Lehrkräften wird daher für ihre Abstimmung untereinander mehr Zeit eingeräumt, als dies in anderen Schulen üblich ist. Außer den regelmäßigen Vorbereitungsgesprächen der Stammgruppenteams gibt es einmal wöchentlich eine Teamsitzung mit allen Lehrkräften. Dort werden alle Fragen zum Schul- und Unterrichtsablauf sowie zum Lehrstoff besprochen. Zusätzlich gibt es Supervision, Fortbildungen und spezielle Teamtage.

Das Prinzip "Teamteaching"
Bei einer Gruppenstärke von maximal 24 Schülern und Schülerinnen in den Unter- und Mittelgruppen und 18 in den Obergruppen findet der überwiegende Teil des Unterrichts - neun von zwölf Unterrichtsblöcken - in Doppelbesetzung, d.h. im "Teamteaching" statt: Ein Pädagoge und eine Pädagogin sind gleichzeitig für eine Gruppe verantwortlich.

Auf diese Weise wird gewährleistet, dass genügend Kapazitäten vorhanden sind, um vor allem während der individuellen Arbeitszeiten auf einzelne Kinder eingehen zu können, spezielle Angebote machen zu können oder einzelne und kleine Gruppen speziell zu fördern, wenn dies nötig erscheint. Den Anforderungen, die sich aus dem gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder ergeben, werden durch das Pädagogenteam besser erfüllt. So können z.B. gezielt Hilfestellungen für einzelne Kinder während der Gruppenarbeiten gegeben werden. Die Lehrer und Lehrerinnen haben zudem immer die Möglichkeit der Reflexion: in Bezug auf die eigene Arbeit, das Verhalten der Kinder und das Geschehen in der Gruppe.

Kollegiales Feedback
Unsere Lehrkräfte unterstützen sich gegenseitig und fördern das Team-Teaching mit ehrlichem Feedback.

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Feedback und Entwicklungsberichte
Die Schüler und Schülerinnen erhalten zu ihren Leistungen und ihrem Verhalten regelmäßiges und wertschätzendes Feedback, das den dialogischen Prozess des Lernens widerspiegelt. Untereinander fördern sie sich durch gegenseitige konstruktive Kritik. An der Erstellung der jährlichen detaillierten Entwicklungsberichte sind sie beteiligt.

Die Lehrkräfte wiederum fordern regelmäßig von Seiten der Schüler und Schülerinnen ein Feedback und beziehen es in die Verbesserung ihrer Arbeit ein.

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Unterrichtsausfall? Nein Danke!
Aufgrund der Doppelbesetzungen kommt es nur in Ausnahmefällen vor, dass der Unterricht wegen Krankheit oder anders bedingter Abwesenheit der Lehrer und Lehrerinnen ausfallen muss.

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Lehrerangebote: Werkstatt, Strom, Märchen...
Unsere Schulkinder werden an eine Vielzahl von Themen und Lernbereichen herangeführt. Ein besonderer Bestandteil des Unterrichtsspektrums an der Freien Comenius Schule sind dabei die Angebote von Lehrer und Lehrerinnen, in denen ganz unterschiedliche Erfahrungsbereiche abgedeckt werden.
Manche würden auch „Wahlpflichtunterricht" dazu sagen.
Hier werden von den Lehrern und Lehrerinnen im Quartalsrhythmus Themen angeboten, die ansonsten im Projektunterricht nicht unbedingt einen sicheren Platz haben.

In ihren vielfältigen Angeboten verbinden Lehrer und Lehrerinnen spezielle Neigungen und Kenntnisse mit der Vermittlung kreativer, handwerklicher oder sachkundlicher Inhalte.

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Teamwork und Begeisterung: Reflexionen eines FCS-Lehrers
Meinen ersten Kontakt zur Freien Comenius Schule hatte ich während des Studiums: Eine morgendliche Hospitation kurz nach den dramatischen Wiebke-Wirbelstürmen. Ich war gleich begeistert von dieser Schule und wurde zum „FCS-Fan". Faszinierend fand ich, von wie vielen Seiten das Thema „Wirbelsturm" für die Kinder aufbereitet wurde: Wind-Gedichte, Windbruch-Sammeln, Wind-Wetter-Ursachen. An dieser Schule wollte ich gerne Lehrer sein. Mich faszinierte besonders die Zusammenarbeit im Team, weil sich die von meinen bisherigen Erfahrungen deutlich unterschied.

Thema, Team und tolle Kinder
Frederic Vester beschrieb in seinem Klassiker „Denken, Lernen, Vergessen", die „Katastrophe der schulischen Praxis" und entwickelte daraus Forderungen, die ich an dieser Schule alle erfüllt sah. Dieser Erfolg kam und kommt meiner Ansicht nach vor allem aus dem überaus effektiven Teamwork der Lehrer und Lehrerinnen, die begeistert schienen vom Dreieck Thema, Team und tolle Kinder. Es sollte nicht weniger als 12 Jahre dauern, bis ich tatsächlich meinen Weg an diese Schule fand. Was mich dann als erstes beeindruckte, waren die Offenheit, das Interesse und die Herzlichkeit im Team.

Die Kollegen und Kolleginnen schafften den Spagat zwischen Konzentration und Kooperation. Später versuchte ich mir einen Reim darauf zu machen, woher dieses spezielle Arbeitsethos herrührte. Waren meine neuen Kollegen und Kolleginnen auch „FCS-Fans"? Ja, ich spürte bei ihnen dieselbe Begeisterung für die Schule wie bei mir selbst. Was das Team beflügelt, ist die Tatsache, dass viele von uns nicht bloß Lehrer oder Lehrerinnen waren bzw. sind, sondern durch andere berufliche Erfahrungen profitierten bzw. profitieren, (Koch, Grafiker, Sozialpädagoge, Psychologe, oder ehemaliger Bankkaufmann). Manche hatten wie ich bei freien Bildungsträgern gearbeitet, mit den angeblich schwierigen Schülern und Schülerinnen, hatten aber gerade dort den Blick für den Menschen nicht verloren, sondern vielleicht sogar erst gewonnen. Dazu kommt, dass in den Stammgruppen immer ein Mann und eine Frau zusammenarbeiten - das führt dazu, dass Lehrer und Lehrerinnen ganz viel voneinander lernen. Diese Mann-Frau-Konstellation bringt auch für die Schüler und Schülerinnen eine ausgewogene Präsenz beider Geschlechterrollen.

Herausforderung und Entwicklung
Bei allem Positiven sollen aber die Schwierigkeiten nicht „weg-gelacht" werden. Teamarbeit ist immer auch ein Prozess, der Kompromisse braucht. Man muss zuhören, statt einfach nur zumachen, und manchmal auch zurückstecken. Fan zu sein bedeutet manchmal auch, seinen Verein kritisch zu begleiten. Wenn es darum geht, die eigene Arbeit weiterzuentwickeln und die Arbeit der FCS zu verbessern, zieht das Team an einem Strang. Supervision hilft den „inneren Schweinehund" zu erkennen, Fortbildung öffnet Perspektiven und Konzeptentwicklung vermittelt ein Wir-Gefühl.

Als Lehrer an der Freien Comenius Schule habe ich immer das Gefühl, „on air" zu sein: Man erfährt viel, lernt viel und entwickelt sich und die Schule weiter. So entstehen im Mikrokosmos unseres Lehrerzimmers laufend neue pädagogische Makromoleküle. Die Orientierung und Bewegung im Dreieck Schüler-Lehrer-Eltern ist typisch für das Team der Freien Comenius Schule. Hier bin ich als Lehrer nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Mensch und werde als solcher gesehen und respektiert.

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Beobachtungen einer Lehrerin aus dem Projekt-Unterricht in der U-Gruppe:
Jeder, der schon in einer U-Gruppe hospitiert hat, kennt das rege Treiben während der „Pausen". Oftmals sind die Grenzen zwischen Spiel und Arbeit nicht genau auszumachen. Manche Kinder machen an ihren Arbeiten aus der Übungszeit weiter, andere beginnen etwas zu zeichnen oder zu basteln, zu forschen oder zu erfinden, das dann in der „Eigenen-Projekte"-Zeit weiter bearbeitet wird.

Hier ein Beispiel aus dem Alltag der U1:

Dienstag, 10 Uhr:
Die ganze Pause hindurch, bis die Lehrerangebote beginnen, sitzt Liv in der Küche und zeichnet, schreibt, zeichnet. ...

Mittagspause:
Liv zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit ihren Freundinnen. Es sind Grundrisse von Wohnungen und Häusern, versehen mit Bezeichnungen für jeden Raum.

Mittwoch 9.15 Uhr, Rechenzeit:
Liv fragt mich, ob sie statt zu rechnen, an ihren Wohnungszeichnungen weitermachen kann. Ich bin mit der Ausnahme einverstanden, denn sie rechnet sonst viel und ich merke, wie viel Motivation hinter ihrer Idee steckt. Es entstehen jetzt Zeichnungen von Wohnungen und Häusern mit zum Teil sehr ausgefallenen Grundrissen und Raumverteilungen.
Vor Begeisterung über ihre Ideen springt sie ab und zu von ihrem Arbeitsplatz auf und hüpft ein paar Meter hin und her.

Donnerstag 9.15 Uhr, Übungszeit:
Einige andere Mädchen beginnen Wohnungen zu zeichnen. Jetzt werden auch potenzielle Kunden, Lehrer und Lehrerinnen und andere Kinder nach ihren Bedürfnissen befragt. Der eine möchte ein Haus in der Bretagne mit viel Platz für den Hund, der nächste ein Haus mit vielen Möglichkeiten sich zu gruseln usw. Die Pläne werden immer komplizierter und Grundrisse den Wohn-Wünschen der zukünftigen Käufer und Käuferinnen angepasst. Für Verliebte gibt es zum Beispiel herzförmige Wohnungen. Die „Architektinnen" sprechen viel über ihre Entwürfe und vergleichen ihre Preise.

Pause, 10 Uhr:
Es sind nun viele Wohnungszeichnungen entstanden. Die Mädchen intensivieren ihre Verkaufsaktion und preisen ihre Pläne jedem an, der in ihre Nähe kommt. Der Gruppenraum ähnelt einer Börse.
Die preiswertesten Objekte gehen für Beträge unter 20 Euro weg. Die vornehmsten Wohnungen mit mehreren Schwimmbädern und Dachgärten, kosten einige hundert Euro.

10.15 Uhr:
Einige Jungen beginnen „Geld" zu produzieren - selbst ausgeschnittene Geldscheine mit Euro-Beträgen drauf. Es wird gerechnet und gefeilscht.

10.45 Uhr:
Zeigekreis: Einige der Zeichnungen werden von Annabelle präsentiert. Auf mein Nachfragen hin entspinnt sich eine Diskussion über die verschiedenen Verkaufspreise. Es wird deutlich, dass die Wohnungen sehr viel billiger verkauft wurden als echte Wohnungen. Die Architektinnen wollen aber ihre Preise weiter so niedrig halten, damit sie mehr verkaufen können.

Mittagspause:
Die Begeisterung hält an - es wird weiter gezeichnet und geschrieben.

Dienstag, 3. Block:
Regina regt an, ein Modell einer Wohnung zu basteln, so dass man sich das Ganze besser vorstellen kann. Es entsteht ein Modell aus Pappe mit Wänden und einzelnen Einrichtungsgegenständen. Noch fehlen Türen und Fenster...

Ich habe diesen kleinen Bericht geschrieben, weil er eine Situation beschreibt, die mir wieder einmal zeigt, warum ich an dieser Schule so gerne Lehrerin bin. Es wird ganz viel „nebenbei" gelernt. Die Begeisterung eines einzelnen Kindes kann so ansteckend sein, wenn der Raum dafür gegeben ist.

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